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Red Bull verleiht Flügel – aktuell dem Wirtshaus Kogel 3 in Leibnitz. Dort investierte Didi Mateschitz in seine 2014 von Tennislegende Thomas Muster erworbene Liegenschaft und eröffnete im Sommer dieses Jahres einen stilvollen Hotspot für Genießer. Der umtriebige Red-Bull-Kapitän holte sich für diese spektakulärschöne Location mit Beatrix und Oliver Drennig zwei Freunde von Muster (Foto unten) als weinaffine Pächter.

Mit Fotos von majoli FOTOGRAFIE, Luttenberger, Krassnig

Wellnesszone für Genießer

In der Südsteiermark geht es (fast) immer um die wichtigsten Dinge des Lebens: Um Wein und Küche und wo sie am besten schmecken. Der gute Ruf der Weinbauregion als Zentrum der fröhlichen Schlemmerei hat seinen Ursprung in den unzähligen Buschenschänken. Dazu zählte auch die einstige Buschenschank Kraut-gasser am Kogelberg bei Leibnitz. Die Immobilie gehörte zum Landsitz von Tennishero Thomas Muster, dessen gesamtes Anwesen mit dem Hauptwohnhaus, Wäldern und Weingärten Dietrich Mateschitz erwarb und es Muster weiterhin zur Nutzung zur Verfügung stellt. Für den ehemaligen Tennis-Weltranglistenersten wurde die zunächst uninteressant erscheinende Buschenschank zu einer großen und abenteuerlichen Ar-chitekturübung. Die expressive Handschrift ließ Mus-ter dabei als Projektentwickler einfließen, sie ist auch bei seinem Domizil am gegenüberliegenden Hang unschwer erkennbar. Als Professionisten holte sich das Duo Mateschitz-Muster den Architekten DI Max Stoisser von Planconsort ztgmbh. „Was mir an der Vision von Thomas Muster an diesem Neubau am besten gefällt“, sagt Max Stoisser, „sind nicht nur seine Ideen von Eleganz, Chick oder stilvolles Design, sondern auch von Annehmlichkeit und Ambiente, von Loungecharakter und entspannter Weinbar.“ Kogel 3 kurz K3 ist ein Stück weltmännische Architektur in aussichtsreicher Lage direkt an den Weinbergen mit atemberaubendem Panoramablick ins Grüne. „Es ging Muster unter anderem darum, die Landschaft mit dem gebührenden Respekt in den Entwurf einzubeziehen“, so DI Max Stoisser.

Intensiv erlebbare Naturkulisse

Der Begriff Wirtshaus ist eigentlich eine zu profane Bezeichnung für diese Location, die mit sehr vielen Wohlfühlelementen ausgestattet ist. Das Interieur zeugt von einem feinfühligen Sinn für die harmonische Balance von Innenarchitektur und formschöner Funktionalität. Die Terrasse und der Haupttrakt werden zur offenen Bühne und sind fließend miteinander verbunden, die Jahreszeiten sind intensiv erlebbar. Im Sommer sitzt man direkt am grünen Weingarten, im Winter bequem am wärmenden Kamin. Das K3 setzt mit der Raumaufteilung auch ein Zeichen für Individualismus. Das kommt besonders dem Pächterehepaar Beatrix und Oliver Drennig zugute. Die Bar, das Restaurant, die Lounge und der Outdoor-Bereich bilden eine Einheit, der Küchentrakt ist schnell erreichbar, eine kleine Gaststube mit Kamin sorgt zusätzlich für einen intimen Rahmen. Beatrix Drennig: „Für uns als Gastgeber und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist alles überschaubar.“ Im Untergeschoß wiederum befindet sich ein weiterer Gastraum mit einer tollen Weinbar. Präzises Handwerk von lokalen Firmen und bodenständige Authentizität prägen das ganze Anwesen.

Herzhafte Wirtshausküche

Küchenchef Stefan Hacker pflegt am Kogel 3 eine herzhafte Wirtshausküche und verwendet dafür vorwiegend regionale Produkte. Klein und fein ist seine Speisenkarte und so serviert Restaurantleiter Christoph Bernhard und sein Team als Ouvertüre gerne ein Beef Tatare vom Almochsen oder eine hausgemachte Wildterrine mit Kürbisgemüse. Nach Omas Rezept kommen Suppen auf den Tisch oder für den Gusto zum Glaserl Wein – auch an der Theke – ein Schüsserl mit lauwarmem Schafskäse mit Endiviensalat. Deftiges geht als Kernöleierspeis, reifer Duroc-Speck mit Asmonte oder – je nach Saison – als Breinwurst mit Sauerkraut zum Gast. Im stimmungsvollen Refugium am Kogel 3 serviert man als Hauptspeise zart Geschmortes und Gebratenes, zudem findet das gebackene Steirerhuhn im Heunest ein appetitliches Platzerl. Wer kräftigt zupacken will, bekommt seine Herausforderung als Dry Aged Rib Eye Steak mit Speckerdäpfeln und Kräuterdip. Figurbewusste wiederum bevorzugen Flossentiere wie das confierte Doradenfilet, Vegetarier Ingwer-Ricotta-Teigtaschen und Naschkatzen freuen sich auf Trixis Apfelkuchen oder über das Grammel-Vanilleparfait mit Heidelbeerragout.

 

Regisseur Oliver: Großes Kino im Weinkeller

Zwischen Genie und Wahnsinn liegt bekanntlich ein schma-ler Grat, der mitunter in den Abgrund führen kann – im K3 in den Weinkeller. Das hat seinen Grund, denn wer seinen Traumwein nicht auf der 300 Positionen umfassenden Karte findet, kann in Begleitung von Patron Oliver Drennig im Keller die Fahndung aufnehmen. Wenn man dort angesichts der großen Gewächse nicht vor Ehrfurcht in Schockstarre verfällt, entdeckt man unzählige Raritäten sowie viele inter-nationale Weine von Weltklasseformat. Drennig entpuppt sich am Kogel 3 als vinophile Koryphäe mit einem goldenen Händchen als Weinsammler. Magnum, Doppelmagnum, Jeroboam, Methusalem – die gelagerten Formate großer Weine sprengen am Kogelberg 3 die Vorstellungskräfte so mancher Weinexperten und mitunter deren Bankkonten. Zu Château Margaux, Château Mouton Rothschild, Château d‘Yquem, Domaine Didier Daguenau, Domaine Leflaive und weiteren Franzosen wie die Champagnerhäuser Bollinger, Dom Pérignon oder Ruinart gesellt sich die steirische bzw. österreichische Weinelite. Allein das Weingut Tement ist mit 40 Positionen vom STK-Klassiker bis zum IZ Zieregg Reser-ve 2006 gelistet. Stark vertreten sind Namen wie Wohlmuth, Sattlerhof, Kodolitsch, Erwin und Hannes Sabathi, Kilger, Ewald Zweytick, Gross, Polz, Lackner-Tinnacher, Schnabel oder Werlitsch. Resümee: „Mit solch einer genialen Weinaus-wahl ist man am K3 dem Weinhimmel verdammt nahe.“ HS